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 Die Graf Jost Christian Zeche bei Wolfsberg

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Mangan-TIM
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BeitragVerfasst am: 29.11.2013, 19:29    Die Graf Jost Christian Zeche bei Wolfsberg Antworten mit ZitatNach oben

von AndyG » Fr 26. Aug 2011, 11:06
Eine der ganz wenigen Antimonlagerstätten Deutschlands und zugleich ein Fundort von Weltrang ist die Graf Jost Christian Zeche bei Wolfsberg im Harz. In der Umgebung befinden sich weitere lokale Vererzungen, die schon im 14. Jahrhundert abgebaut wurden (so bei Dietersdorf). Unter dem Namen "Grauer Wolf" förderte die Grube, die 1726 den heutigen Namen erhielt, mindestens seit Mitte des 17. Jhs. Der Bergbau war über die Zeit nie lang anhaltend, auch arbeiteten nie sehr viele Bergleute auf der Graf Jost Christian Zeche. Das Antimonerz tritt nicht als Gang auf, sondern in Linsen, so dass das Erz nicht anhaltend verfolgt werden konnte. Seine Blütezeit erreichte der Bergbau um 1825 mit 90 Mann Belegschaft. Ab den 1840er Jahren wurde auch Stufenbergbau für die Mineralienkabinette in aller Welt betrieben. Das Antimon wurde vor Ort als sogenanntes "antimonium crudum" ausgeschmolzen, davon zeugen noch Schlacken vor Ort. Auf den Halden liegen typisch ausgelaugte Quarzstücke. Im Jahre 1860 endete der Abbau, der fast 100 m Teufe erreichte. Auf dem Gelände der Grube befindet sich ein Sägewerk, das die Betriebsgebäude gleich nach dem Auflassen der Grube übernommen hat. Einige teils verbrochene und verwahrte Stollen befinden sich in der Umgebung des Sägewerks, die Halde des alten Maschinenschachtes liegt auf dem Betriebsgelände. Es existiert allerdings eine Vielzahl weiterer Halden.

Wichtigstes Wolfsberger Mineral ist mit Sicherheit der Antimonit. In fast allen großen Sammlungen befinden sich die herrlichen Stufen mit gebogenen Kristallen, mehrere Zentimeter lang. Auch derb-spätig und feinnadelig ist das Erz bekannt. Ferner ist Wolfsberg Typlokalität für eine Anzahl von Mineralien. Dazu zählt der Zinckenit, der in sehr schönen Garben aus dicken, endflächenbegrenzten Kristallen vorkam: ebenfalls ein Klassiker von hier. Dazu zählt auch der sehr seltene "Wolfsbergit", heute als Chalkostibit bekannt. Der "Heteromorphit" stellte sich als Dadsonit heraus, in Wolfsberg recht häufiges Mineral, das auch einen Großteil der "Federerze" ausmacht. Insgesamt sind alle "Nadeln" nur analytisch sauber zu bestimmen. Bei solchen Untersuchungen konnten auch seltene Arten wie Robinsonit und Veenit bestimmt werden. Ebenfalls Typlokalität ist die Grube für den Plagionit, der in sehr schönen, linsenartigen xx vorkam, die fast einen Zentimeter Größe erreichten. Äußerst selten war der Kermesit in roten nadeligen Kristallen auf hellem Quarz. Davon existieren nur ganz wenige Stücke! Auch Semseyit ist nicht allzu häufig und gut zu verwechseln mit Plagionit. Boulangerit ist im benachbarten Dietersdorf sehr häufig, in Wolfsberg weniger. Bournonit tritt an beiden Orten in schönen "Rädelerz"-xx von einigen mm auf. Zu den Raritäten zählen Nickel- und Silbererze.

Ein häufiges Sulfid ist der Pyrit, selten in Kristallen über 3 mm. Andere Sulfide waren sehr selten, so Fahlerze, der Galenit, Sphalerit und Chalkopyrit (alle nur klein).

Häufigste Gangart ist der Quarz, allerdings selten spektakulär ausgebildet. In alter Zeit müssen edoch auch hübsche Stufen aufgetreten sein, darunter Japaner Zwillinge. Gleiches gilt für den Calcit, der heute auf den Halden sehr selten ist. Weit häufiger ist der allgegenwärtige Dolomit, manchmal in Rhomboedern bis 4 mm Größe. Erwähnt wird auch Strontianit, der allerdings unklar ist. Kleine Baryt-Kristalle und der schon lange bekannte aber in den meisten Literaturstellen fehlende Nakrit sind erwähnenswert.

Von den Sekundärbildungen dominiert der Gips in xx bis 5 mm, weitere Bildungen (bis auf die Antimonocker) waren selten und unscheinbar. Erwähnenswert sind hier hübsche Realgar-Kristalle bis knapp 4 mm und der in winzigen farblosen Oktaedern auftretende Senarmontit.

Um 1990 waren die Fundmöglichkeiten auf den Halden hervorragend. Schöne kleine Bournonite, zentimetergroße Drusen gefüllt mit Dadsonit oder Jamesonit, Plagionite bis 6 mm, reich vererzte Antimonit-Stücke (auch mit xx bis 1,5 cm) waren die Ausbeute der Sammler. Auch heute werden hin und wieder noch gute Funde gemacht. Die Suche konzentriert sich jetzt aber mehr auf den Altbergbau bei Dietersdorf, der lange unbeachtet war. Auch hier wurden gute Bournonite und Plagionite gefunden, daneben zahlreiche interessante Silbererze wie Diaphorit und Freieslebenit.


Dem Interessierten sei weiterführende Literatur empfohlen:

Siemroth, Dr. J. (1991): Die klassische Antimon-Lagerstätte Wolfsberg im Harz und ihre Mineralien, in: LAPIS 3/91, S.17-42.
Gröbner, J. et al. (2011): Neue Mineralschätze des Harzes, Clausthal-Zellerfeld, S.89-97.


Bilderteil zu Wolfsberg:

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BeitragVerfasst am: 29.11.2013, 19:30    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Beitragvon AndyG » Fr 26. Aug 2011, 11:10
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BeitragVerfasst am: 29.11.2013, 19:32    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

von AndyG » Fr 26. Aug 2011, 11:12
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BeitragVerfasst am: 29.11.2013, 19:34    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

von AndyG » Fr 26. Aug 2011, 11:13
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BeitragVerfasst am: 29.11.2013, 19:35    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

von AndyG » Fr 26. Aug 2011, 11:17
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BeitragVerfasst am: 29.11.2013, 19:37    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

von McSchuerf » Fr 26. Aug 2011, 17:02
Plagionit und Dadsonit habe ich von dort. Mal sehen, ob ich später noch davon Fotos machen kann aber Du hast ja dann schon bis 6 mm .. da rentiert das bei mir gar nicht so ..Very Happy



von Mangan-TIM » Sa 6. Jul 2013, 14:20
Ein bischen von Wolfsberg habe ich auch - keine Glanzlichter Sad
Blick auf das Haldengelände und eine typische Stufe von Antimonit, eingewachsen in Quarz.

Glück Auf

Thilo

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BeitragVerfasst am: 29.11.2013, 19:39    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

von McSchuerf » So 7. Jul 2013, 00:02
Die Stufe bzw. das Bild kann sich aber auch sehen lassen! Very Happy



von AndyG » So 7. Jul 2013, 16:18
Hallo,

noch etwas altes von dort: Jamesonit (oder Dadsonit) als bunt angelaufene Nadeln auf Quarz, Stufenbreite ca. 7,5 cm, aus der Zincken-Sammlung.

Gruß
Andreas

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BeitragVerfasst am: 29.11.2013, 19:41    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

von McSchuerf » So 7. Jul 2013, 17:58
So schön habe ich Dadsonit und Plagionit nicht von dort! Shocked wink



von Mangan-TIM » So 7. Jul 2013, 18:30
Und mal wieder hat der Andreas die schönen historischen Stufen - also von mir absoluten Respekt Smile Da hast du wirklich tolle Stücke.

Glück Auf

Thilo



Beitrag von AndyG » Di 9. Jul 2013, 14:46
Freunde, den habe ich mir auch redlich verdient. Was ich da noch für Ärger mit dem Zoll hatte (Stufe kam aus den USA), na, frag nicht nach Sonnenschein. Das hat mehr Porto und Strafe gekostet als alles andere. Und dazu die Fragen: was ist denn das, ist das giftig...?




von McSchuerf » Di 9. Jul 2013, 15:57
Dass mit dem Zoll kann ich mir gut vorstellen. Zu dem Thema könnten wir theoretisch auch noch einen gesonderten Thread aufmachen sowie damals im Met.-Forum z.B. auch .. Mr. Green

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BeitragVerfasst am: 29.11.2013, 19:48    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Hier noch einmal Bilder aus Dietersdorf. Dort baute die Grube Germania auf den ähnlichen Gängen auf Antimonit, ganz in der Nähe von Wolfsberg. Gängen.

Glück Auf

Thilo

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BeitragVerfasst am: 28.09.2015, 23:59    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

analysierte Probe mit Robinsonit als feine, schwarze Nädelchen auf Quarz:
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BeitragVerfasst am: 29.09.2015, 18:16    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Hallo Sun,

Robinsonit kannte ich bisher noch nicht! Sehr schön, dass das durch die Analyse dann heraus kam! Smile

Ich habe von der Jost-.. Zeche nur Folgendes zu bieten .. Dadsonit mit Plagionit als MM .. siehe Fotos. Cool

Gruß Peter

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BeitragVerfasst am: 29.09.2015, 22:57    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Der Robinsonit ist zur Zeit auch die einzige Stufe, die ich von diesem Fundort habe.
Allgemein ist es ja auch ganz schwierig, diese ganzen schwarzen Nadeln zu unterscheiden; wenn das Stück nicht analysiert wäre, hätte ich das auch nicht als Robinsonit erkannt.

Gruß
Sun

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BeitragVerfasst am: 30.09.2015, 17:45    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

ah ja, danke dann auch für die zusätzliche Info. Wink

Gruß Peter

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BeitragVerfasst am: 30.09.2015, 20:29    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Das Zeugs ist in der Tat von anderen "Federerzen" nicht zu unterscheiden.
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BeitragVerfasst am: 11.09.2017, 17:31    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Ein MM mit Dadsonitnadeln:
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