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Larvikit oder Labradorit?

grau schwarz silberner Larvikit oder selbig Labradorit

Zirkonia
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Larvikit oder Labradorit?

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Gepostet: 19.06.2016 - 08:41 Uhr  ·  #1
Wie unterscheidet man Larvikit von Labradorit physikalisch und kristallographisch?

Da die Labradoreszenz beim Labradorit nicht nur blau, violett und grün wie beim Spektrolith sein kann, sondern auch in anderen Farben (grau-schwarz-silber-glänzend) suche ich weitere Bestimmungskriterien außer der Pseudochromasie.

Danke im Voraus für Eure Hilfe,
Inge
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Norbertit
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Re: Larvikit oder Labradorit?

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Gepostet: 19.06.2016 - 11:18 Uhr  ·  #2
Hallo Inge,

Labradorit ist eine Varietät des Feldspats Plagioklas. Also ein Mineral.
Larvikit dagegen ein Gestein,das Labradorit als Hauptgemengteil hat.
Das farbige Schimmern ist oft unterschiedlich intensiv. Auch von der
gleichen Fundstelle.

Gruß Norbert
Zirkonia
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Re: Larvikit oder Labradorit?

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Gepostet: 19.06.2016 - 11:39 Uhr  ·  #3
Norbert,
gibt es aber beides auch als Trommelstein und Schmuckstein.
Daher die Frage wegen der Bestimmungskriterien.
Will heißen, Härte, Dichte und RI sowie Strich gleich?

Ratlose Inge läßt grüßen.
McSchuerf
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Re: Larvikit oder Labradorit?

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Gepostet: 19.06.2016 - 13:03 Uhr  ·  #4
Hallo Inge,

zunächst mal: Spektrolith wird immer nur der Labradorit aus Finnland genannt (Fundort Ylämaa).

Labradorit inklusive Spektrolith ist ein Mineral der Feldspat-Gruppe .. siehe hierzu bei uns ausführlichen Lexikon-Eintrag zur Feldspat-Gruppe.
[ WIKI ] Feldspat-Gruppe

Dort hatten wir auch den Labradorit mit aufgeführt und es gibt auch einige Fotos, sowohl zum Labradorit als auch zu seiner "finnischen Abart", dem Spektrolith.

Larvikit ist dagegen, wie Norbert schon zutreffend schrieb, ein Gestein (Anorthoklas-Syenit) und kein Mineral. Hierzu empfehle ich ausnahmsweise auch mal wieder einen Wiki-Eintrag ..

Zitat
.. folgender Auszug aus Wiki hierzu ..
Die bläulich schimmernden Larvikite sind Anorthoklas-Syenite mit etwa 10 Prozent Glimmer, Augit und Hornblende. Sie schimmern blau wegen der für Anorthoklas typischen submikroskopischen Entmischungslamellen. Dieser Effekt wird als Pseudochromasie bezeichnet. Weiterhin gibt es bräunlich, dunkelgrün und silbern schimmernde Larvikite.

Als Begleitminerale treten Biotit, in manchen Larvikitvorkommen Olivin und Magnetit auf. Diese dunklen Begleitminerale lagern zwischen den dominanten Feldspatkristallen.

Der auffällige Schimmereffekt kommt dem Feldspatmineral Labradorit, das ebenfalls schillert, sehr nahe. Daher kam es früher zu Verwechselungen mit den Anorthositen: „Dunkelblau schimmernde Anorthosite (mit Labradorit als Plagioklas) werden häufig mit den ebenfalls blau schimmernden Larvikiten verwechselt. Eine Besonderheit stellen die Larvikite dar. Der sehr natriumreiche Kalifeldspat, der sog. Anorthoklas, zeigt ähnlich wie der Labradorit aus der Plagioklasreihe einen interessanten Blauschimmer.“


Gruß Peter
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McSchuerf
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Re: Larvikit oder Labradorit?

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Gepostet: 19.06.2016 - 13:12 Uhr  ·  #5
Hallo Inge,

Zitat
Norbert,
gibt es aber beides auch als Trommelstein und Schmuckstein.
Daher die Frage wegen der Bestimmungskriterien.
Will heißen, Härte, Dichte und RI sowie Strich gleich?

Ratlose Inge läßt grüßen.


Bei einem Gestein muss man andere Maßstäbe bzw. andere Bestimmungskriterien zugrunde legen als beim Mineral Labradorit aus der Feldspat-Gruppe. Die Bestimmungskriterien zum Mineral Feldspat wie Härte, Strich etc. stehen ja alle in unserem Lexikon-Eintrag zum Feldspat (siehe meinen Link im Beitrag zuvor).

Zu den Gesteinen und Geschieben gibt es bei uns auch ein Subforum, das jeder erweitern darf ..
Forum für Gesteinsarten und Geschiebe,

Zum Thema Trommelstein oder Schmuckstein kann ich allerdings nichts sagen; da bezweifle ich auch, dass man da überhaupt die gleichen Bestimmungskriterien anwenden kann, wie beim Rohstein. Muss man aber einfach mal ausprobieren .. z.B. Strichfarbe mit Strichtäfelchen usw... habe ich aber so noch nie bei Trommel- sowie Schmucksteinen ausprobiert. 😉


Gruß Peter
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Norbertit
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Re: Larvikit oder Labradorit?

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Gepostet: 19.06.2016 - 17:57 Uhr  ·  #6
Larvikit als Trommelstein kenn ich gar nicht. Muss aber nichts heissen,
das ist halt nicht gerade mein Sammelgebiet.
Zirkonia
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Re: Larvikit oder Labradorit?

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Gepostet: 19.06.2016 - 18:26 Uhr  ·  #7
@ all: Habe dieser Tage auf einer Mineralienhausmesse Larvikit als Trommelware gesehen. Ihr könnt ja auf der Sainte-Marie-aux-Mines Messe bei der Mineralienhandlung Marco Schreier Ausschau danach halten.

Im Schmuck kenne ich Labradorit auch in den minderen Qualitäten, sprich grau-schwarz-weiß-schillernd (nicht nur bunt). Da stellt(e) sich mir die Frage, ob die Bezeichnung Labradorit mineralogisch bzw. gemmologisch richtig ist bzw. ob es nicht auch teils Larvikit sein kann, was in Schmuck verarbeitet wird. Daher die Frage nach den Bestimmungskriterien Unterscheidung Larvikit/Labradorit.

Habe keinen Larvikit zur Hand und kann daher auch nicht Härte, Dichte und RI messen.

Zu Larvikit finde ich leider im Mineralienzimmer keine Beiträge und somit auch keine physikalischen, chemischen und kristallographische Daten.
Zumindest nicht über die Suchfunktion.

Bestimmungsmerkmale, mit denen ich beruflich zu tun habe, sind u.a. Härte, Dichte, Doppelbrechung, Dispersion, Lichteffekte, Pleochroismus bzw. Fluoreszenz, Spaltbarkeit, Bruch, Strichfarbe, Farbe, Glanz, Oberflächenstruktur, Kristallwachstum, Magnetismus, Fremdeinschlüsse etc., und der Brechungsindex, auch Brechzahl, Refraktionszahl oder Refraktive Index (RI) genannt.

Die Daten für Labradorit (mit entsprechenden Belegstücken) liegen mir vor, nicht aber für Larvikit.

Bin für jede Hilfeleistung dankbar.
Inge
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Re: Larvikit oder Labradorit?

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Gepostet: 19.06.2016 - 20:52 Uhr  ·  #8
Hallo Inge,

ich schaue dann gerne noch mal diesbezüglich in meinen Büchern etc. zum Larvikit nach und wenn ich dazu noch etwas Vernünftiges an Daten wie Dispersion etc. finde, schreibe ich es hier auch rein. 😉

An Labradoriten kenne ich ja auch nur die zwei Exemplare aus der eigenen Sammlung ..einmal aus Labrador, Kanada (TL) und einmal als Spektrolith aus Ylämaa, Finnland, der in der Tat z.B. ein wesentlich schöneres und vielseitigeres Farbenspiel zeigt als mein Labradorit aus Kanada. 8)

Gruß Peter
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Re: Larvikit oder Labradorit?

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Gepostet: 19.06.2016 - 21:23 Uhr  ·  #9
Hier erst noch mal unser Gesteinsbeitrag zum Anorthosit .. da ist zwar auch die Dichte bei jedem Gesteins-Steckbrief mit aufgeführt aber eben auch alle für ein Gestein typischen weiteren Kriterien und das sind eben ganz andere als bei den Mineralien. Da macht ja auch ein Härte- oder Strichfarben-Test gar keinen Sinn, da ja mehrere Minerale in solch einem Gestein enthalten sind.
Anorthosit

Hinzu kommt: In der Regel werden ja auch von Geologen bei Gesteinen Dünnschliffe angefertigt und unter dem Mikroskop bei Auf- und/oder Durchlicht betrachtet. Dann kann man auch alle Komponenten des jeweiligen Gesteins einzeln identifizieren.

.. aber wie gesagt, ich suche noch mal in meinen anderen Quellen .. vor allem nach den optischen Eigenschaften zum Gestein Larvikit 😉 ..
McSchuerf
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Re: Larvikit oder Labradorit?

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Gepostet: 19.06.2016 - 21:27 Uhr  ·  #10
Zirkonia
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Re: Larvikit oder Labradorit?

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Gepostet: 20.06.2016 - 07:45 Uhr  ·  #11
Lieb von Dir, danke schon mal.

Finde bislang nur englischsprachige Informationen.
Scheinbar gibt es auch verschiede Subtypen von Larvikit.
Klåstad Subtyp nennt man beispielsweise auch Emerald Pearl, ....

Momentan sitze ich an der Übersetzung von "National treasure of global significance. Dimension-stone deposits in larvikite, Oslo igneous province, Norway" von Tom Heldal, Idunn Kjølle, Gurli B. Meyer and Sven Dahlgren
und dann werde ich mich noch einlesen bei
https://books.google.de/books?…ce=bl&ots=
RRM2rUjfvG&sig=2wmSYQU6FArLiaTVVrGgmWjr4Rk&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiB19mv9LXNAhUHcBoKHZ6YAJwQ6AEIQjAF#v=
onepage&q=larvikite%20refractive&f=false

By the way, hat jmd. von Euch zufällig das Buch von Gregor Markl
Minerale und Gesteine
Mineralogie - Petrologie - Geochemie?
Norbertit
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Re: Larvikit oder Labradorit?

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Gepostet: 20.06.2016 - 16:49 Uhr  ·  #12
Den Markl hab ich nicht, aber vom Inhalt her ähnliche Bücher.
Es geht da halt um Gesteinskunde. Der mineralogische Teil befasst sich nur
mit gesteinsbildenden Mineralen.
Zirkonia
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Re: Larvikit oder Labradorit?

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Gepostet: Heute um 16:25 Uhr  ·  #13
Anfang der Woche bekam ich eine Mail-Anfrage eines früheren Kollegen, just die Frage, die ich auch hier vor langer Zeit im Forum stellte. Er hatte einen grauschillernden Cabochon vorliegen und konnte nicht eindeutig feststellen, um was es sich handelte.

Hier die Zusammenfassung meiner Rückantwort:

Gemmologische Unterschiede zwischen Larvikit und Labradorit:

Härte (Mohs)
Labradorit (Plagioklas-Feldspat): ca. 6 – 6,5
Larvikit (Gestein aus Alkalifeldspat + Plagioklas): ca. 6 – 6,5
Fakt: praktisch gleich, da Larvikit überwiegend aus Feldspäten besteht.

Dichte
Labradorit: ca. 2,68 – 2,72 g/cm³
Larvikit: ca. 2,60 – 2,70 g/cm³ , leicht variabel durch Gesteinszusammensetzung
Fakt: Labradorit ist meist minimal dichter, aber die Bereiche überlappen stark.

Brechungsindex (Refractive Index)
Labradorit: ca. 1,560 – 1,572
Larvikit: ca. 1,52 – 1,57 (gemittelt über das Gestein, da nicht homogen)
Fakt: Labradorit hat typischerweise einen etwas stabileren und leicht höheren RI im Vergleich zu Larvikit als Gesamtgestein.

Doppelbrechung
Beide Materialien gehören zur Feldspatgruppe und besitzen daher nur eine relativ geringe Doppelbrechung.
Larvikit: Die enthaltenen Alkalifeldspäte zeigen typischerweise Werte um 0,006–0,008.
Labradorit: Liegt meist etwas höher bei 0,008–0,013.

Dispersion
Die Dispersion (Feuer) ist bei beiden sehr niedrig.
Larvikit: ca 0,008
Labradorit: ca 0,008–0,010

Fluoreszenz
Beide reagieren normalerweise nur schwach oder gar nicht auf UV-Licht.
Larvikit: meistens inert.
Labradorit: meist ebenfalls inert, vereinzelt schwach weißlich, cremefarben oder gelblich fluoreszierend.

Strichfarbe
Labradorit: weiß
Larvikit: weiß bis hellgrau
Fakt: im Strich kaum unterscheidbar.

Art des Glanzeffekts (wichtigster Punkt)
Labradorit (Labradoreszenz): zeigt richtige Farbblitze, wirkt fast „metallisch leuchtend unter der Oberfläche“.
Larvikit (Schillereffekt): eher ruhiger, silbrig-grauer Schimmer, selten starke Farbtrennung, wirkt „tief eingebettet“, aber weniger bunt, eher gleichmäßiges Aufleuchten als Flash-Effekt. Typisch: kein „Feuer“, sondern sanftes Schimmern.

Struktur im Stein (unter dem Polieren erkennbar)
Larvikit: grobkörnig (sichtbare Feldspat-Kristalle im Inneren), oft kleine „Plättchen“ oder Kristallgrenzen, wirkt leicht „granitisierend“ bzw. strukturiert.
Labradorit: homogener, keine klar sichtbaren Körner im Cabochon, wirkt „glatter“ und dichter.

Farbgrundlage
Larvikit: meist dunkelgrau bis anthrazit, oft sehr gleichmäßig.
Labradorit: grauer Grundton, aber oft leicht transluzent oder milchig.

Lichtverhalten bei Bewegung
Ein einfacher Test:
Labradorit: „Ausschalten & Einschalten“ von Farben beim Kippen.
Larvikit: bleibt relativ konstant, nur Intensität des Schimmers verändert sich.


Sein Test hat bei seinem Stein dann Labradorit ergeben, den es auch in minderer Qualität gibt, also nicht typisch buntschillernd. Die Struktur an der Unterseite des Cabochon und die Farbgrundlage waren wohl ausschlaggebend.


Fazit: nicht immer die Farbe lässt (in geschliffenem Zustand) auf das richtige Mineral schließen....

Aber wenigstens hab ich die Zusammenfassung nun auch hier im Beitrag. Und wenn mich mal wieder jmd fragen sollte, bekommt er den Link zum Mineralienzimmer. :lol:

Gruß
Inge
McSchuerf
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Re: Larvikit oder Labradorit?

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Gepostet: Heute um 19:21 Uhr  ·  #14
Zitat
Fazit: nicht immer die Farbe lässt (in geschliffenem Zustand) auf das richtige Mineral schließen....


Nicht nur im geschliffenen Zustand ist die Farbe oft nicht entscheidend, denn die meisten Mineralien sind ja allochromatisch (gefärbt durch Fremd-Beimengungen in der Kristallstruktur u.a. Effekte) und nicht idiochromatisch (Eigenfarbe wie bei Azurit oder Malachit z.B. gemeint). Insofern spielt die Farbe auch bei der Mineralbestimmung nur eine untergeordnete Rolle. :-)
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