Hallo Inge, interessantes Thema!
Ja, mein sehr selten vorkommender Despujolsit war mir in der Tat einen 3-stelligen Betrag wert. Die Zollkosten kamen dann noch dazu, da aus dem Drittland Schweiz importiert.
Die Preisspannen bei Mineralien sind bekanntlich extrem breit gefächert und reichen von wenigen Euro für Sammlerstücke bis hin zu Millionenbeträgen für seltene Edelsteine,
beeinflusst durch Faktoren wie Qualität, Seltenheit, Größe und auch Fundort.
Mit zu den wichtigsten Faktoren bei der Preisbildung gehört die
Seltenheit. Grundsätzlich gilt: Je seltener ein Mineral, desto höher der Preis.
Aber auch die
Kristallqualität spielt eine große Rolle: Perfekte Kristalle mit hoher Transparenz erzielen Spitzenpreise.
Der
Fundort ist ein weiterer Faktor: Bekannte Fundstellen (z. B. Brasilien für Turmaline, Pakistan für Aquamarine) erhöhen den Sammlerwert.
Zudem ist die
Größe ein wichtiger Faktor: Große, unbeschädigte Stufen oder Kristalle sind natürlich wertvoller als beschädigte Stufen oder Kristalle.
Preisbeispiele und Kategorien (Richtwerte):
Günstige Mineralien / Schmucksteine: Quarze, Topas, Granat, Amethyst, Citrin.
Investment-Edelsteine: Rubin, Saphir, Smaragd („Big Three“).
Seltene / Teure Mineralien: Musgravit (sehr selten), Tansanit, Morganit.
Höchstpreise: Der extrem seltene, rosafarbene Diamant „Pink Star“ wurde für
71,2 Millionen Dollar ersteigert.
Zudem können die
Preise im Einzelhandel durch
Nebenkosten wie Miete und Personalkosten deutlich höher liegen als die reinen
Einkaufspreise der Steine.
Der Mineraliesammler kauft jedenfalls in der Regel nur Mineralien für die er auch bereit ist Höchstpreise zu bezahlen. Dabei spielen natürlich auch folgende Kriterien eine Rolle:
Sammle ich Mineralien primär
nach ästhetischen Gesichtpunkten? Dann sind insbesondere Farbe, Form, Transparenz, ggf. Größe und Seltenheit maßgebend. Das ist dann natürlich auch eine Frage des jeweiligen Sammler-Geldbeutels.
Sammle ich Mineralien
regional, d.h. nach bestimmten Fundorten oder nach nur einem speziellen Fundort? Dann spielt insbesondere die Seltenheit eine größere Rolle und weniger die Ästhetik, denn ich will möglichst alle Mineralien dieses einzigen Fundortes oder der bestimmten Fundorte oder eines Landes (z.B. Kanada) besitzen? Dann gebe ich als Sammler auch bereitwillig größere Beträge aus. Primär versuche ich natürlich auch so viele Mineralien wie möglich selbst in den jeweiligen Aufschlüssen zu finden.
Sammle ich Mineralien
nach Systematik, d.h. zum Beispiel nach chemischen Klassen, dann spielen auch hier die Seltenheit, Schönheit und Qualität eine entscheidende Rolle bei der Preisfindung. Auch hier gilt erst mal --> wenn möglich: Selber finden oder tauschen
vor kaufen.
Im Vergleich zu Münzen, Briefmarken, Ü-Eier-Figuren o.ä. (hier mehr oder weniger feststehende Preise laut dafür einschlägigen Katalogen)
sind die möglichen Preisspannen bei Mineralien jedenfalls gewaltig.
Und es stellt sich auch die Frage:
Kann man überhaupt einen ideellen Sammlerwert auch nur annähernd eindeutig beziffern?
Ich sage nein.
Ein bekannter deutscher Mineraliensammler, der seine Sammlung verkauft hatte, schrieb mal in einem Forum, dass man mit
max. bis zu 70 % Verlust beim Verkauf seiner Sammlung rechnen muss. Da geht es dann allerdings nicht mehr um den ideellen Einzelwert eines Minerals, sondern im Prinzip um einen Pauschalpreis den der Käufer bereit sein muss zu bezahlen, auch wenn es den Verkäufer auch bei all den persönlichen Erinnerungen an seine Mineralien und damit auch ideellen Werten schmerzt!
Fotos zeigen ausgewählte Mineralien meiner Sammlung mit unterschiedlichen "Preissegmenten" .. von niedrigen 2-stelligen Euro-Werten bishin zu hohen 3-stelligen Euro-Werten im Einzelkauf .. Ferrobustamit 10,- €, Sturmannit 20,- €, Ettringit 45, - €,
Chanabayait 75,- € und Despujolsit sehr hoch 3-stellig .. alles Börsenkäufe bis auf den Despujolsit!
LG
Peter