Mineralienzimmer

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Systematisch Mineralien sammeln - sinnlos geworden?

Systematisch Mineralien sammeln - sinnlos geworden?

McSchuerf
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Systematisch Mineralien sammeln - sinnlos geworden?

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Gepostet: 24.11.2015 - 12:22 Uhr  ·  #1
Als mehr "interne Antwort" auf das Dorrit-Rhönit-Problem zur Eifel - Bellerberg .. exemplarisch für den ganzen Sammelfrust nur noch .. :roll:

Nicht einfach ist noch untertrieben .. da stimmt doch nachher fast gar nix mehr mit der ursprünglichen Bez. überein .. es wird zunehmend vertrackter .. noch ein Grund mehr, dass ich mich bald zuerst von allem MM's trennen will; danach von vielen weiteren Mineralien. Hinzu erworben wird bei mir nichts mehr. Ich werde am Ende nur noch wenige Stufen behalten und nur noch Kabinett-Kleinstufen, deren Kristalle man schon per Augenschein direkt sieht und deren Einordnung aller Wahrscheinlichkeit so bleiben wird; alles andere verkaufe und verschenke ich. Da wird nur noch ein kurze Liste übrig bleiben. Das Hobby Mineralien nach Systematik sammeln ist für mich fast nur noch zur Frustration geworden. Ich kann das auch keinem Nachwuchs mehr empfehlen; die meisten klotzen ja ohnehin nur noch auf ihre Smartphones.. seien wir doch ehrlich ..; die bisherigen Bemühungen auch im Verein bei mir sind doch ohnehin nur noch für die Katz. Man sitzt im Grunde auf falschen Angaben und bei Null mit allen Mineralien noch mal anfangen geht auch nicht bzw. macht keinen Sinn. Auch bei den ganzen alten Mineralien-Werken stimmt doch im Grunde über die Hälfte an Infos nicht mehr, da überholt;: gleiches gilt für Infos aus älteren Lapis-Ausgaben etc.. vielleicht hätte ich von Anfang an mit Münzen oder Briefmarken weitermachen sollen. :?

Wer sieht das nicht so? Schreibt Eure Meinungen, wenn Ihr wollt.
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Norbertit
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Re: Systematisch Mineralien sammeln - sinnlos geworden?

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Gepostet: 24.11.2015 - 16:21 Uhr  ·  #2
Vor solchen Problemen mit Umbenennungen und Diskredition von altgewohnten
Mineralarten wegen neuen Erkenntnissen der Wissenschaft steht doch jeder
ernsthafte Sammler,der sich mit der Vielfalt der Mineralien auseinander setzt.
Bei mir ist es z.B. das Phosphat Keckit,das Pobleme macht. Ich hab ne ganze
Schublade mit selbstgefundenen Keckiten aus Waidhaus, die jetzt wahrscheinlich
gar keine Keckite mehr sind,sondern Jahnsit! Aber welcher Jahnsit? Es gibt
drei! verschiedene Modifikationen.
Auch meine gekauften Keckite aus Hagendorf sind fraglich geworden.
Jetzt bin mir gar nicht mehr sicher,ob ich überhaupt Keckit in der Sammlung hab!
Aber die "Sammelflinte" werfe ich deshalb nicht ins Korn. :)
Auch jedes einzelne Etikett wird da nicht geändert. Schon deshalb,weil ich nicht
genau weiß,was ich drauf schreiben soll. :? Es gibt da einen Vermerk im Sammel-
verzeichnis bei mir,der auf solche Unsicherheiten in der Bestimmung hinweist.
Irgendwie seh ich das auch als Herausforderung an. Sonst müsste ich vielleicht
Quarz oder Calcit sammeln.Da gibt es keine solchen Probleme. 😉

Gruß Norbert
McSchuerf
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Re: Systematisch Mineralien sammeln - sinnlos geworden?

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Gepostet: 24.11.2015 - 17:09 Uhr  ·  #3
Ja, das ist ein Argument. Aber man muss da inzwischen schon auf vielen Etiketten ein Fragezeichen schreiben. :?
wolfi
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Re: Systematisch Mineralien sammeln - sinnlos geworden?

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Gepostet: 24.11.2015 - 17:25 Uhr  ·  #4
Servus,

Norbert, da geb ich dir zu 110 % Recht! Ich bin Sammler, Laie, insofern ist die engere Wissenschaft durchaus nicht immer in meinem Sinn. Ein Biotit ist für mich und bleibt für mich ein Biotit! Keckit oder Jahnsit, kein Problem. Meine Keckite bleiben als Keckit beschriftet, zumindest bis auf Weiteres. Man muss nicht jeden "Krampf" mitmachen, vor allem nicht als Hobbysammler! Ebenso ist es mit Strunzit, Natrolith usw. Ist mir schnurz, ob das ein Natrolith-Na oder -Ca oder sonst was ist. Das Geld, was eine exakte Analyse hierfür kosten würde, investiere ich lieber entweder in Sprit oder Stufen!

Servus + Glück auf
Wolfi
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Re: Systematisch Mineralien sammeln - sinnlos geworden?

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Gepostet: 24.11.2015 - 18:28 Uhr  ·  #5
Zitat geschrieben von Norbertit

Sonst müsste ich vielleicht
Quarz oder Calcit sammeln.Da gibt es keine solchen Probleme. 😉


Das ist doch mal ein vernünftiger Satz!
Das sieht man,das macht optisch was her und kommt von tausenden Fundpunkten in anderer Form und Farbe daher.
Meine Meinung ist:
,,Schmeiß die Micros weg und überlasse das dem Labor"
Was nutzt mir ein Mineral als Systematik,welches ich alle fünf Jahre mal unters Mikroskop lege und dann noch suchen muß,ob ich das überhaupt auf der Probe wiederfinde.
Was nutzt mir ein Mineral,welches nur als Krustenbildung bekannt ist.
Was nutzt mir ein Mineral,welches von Natur aus keine Kristalle bildet,oder nur in erdiger oder eingesprengter Form vorkommt.
Was nutzt mir ein Mineral mit einer verworrenen Formel,welche ich dann nur lesen,aber nicht nachempfinden kann?
Gruß Jens
McSchuerf
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Re: Systematisch Mineralien sammeln - sinnlos geworden?

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Gepostet: 25.11.2015 - 08:09 Uhr  ·  #6
Hallo wolfi und Jens,
da ist auch was Wahres dran; für mich persönlich kommt aber ein Sammeln von nur noch Calcit oder Quarz nicht Frage. Das kam für mich auch noch nie in Frage. Das ist mir, im Sinne von genügend Abwechlung, einfach nicht "facettenreich" genug und dann kam immer noch der Faktor Seltenheit dazu, der mich gereizt hat. Nein, nehmen wir mal das Merkmal Glanz als Beispiel. Es war immer was Feines, verschiedene Mineralarten mit unterschiedlichem Glanz vor sich zu haben. Und einige schöne udn seltene Lupenminerale tuns ja auch noch. Außerdem gibt es ja auch z.B. cm-große Ettringit xx, Adamin xx u.v.m. z.B. auf Kleinstufe, attraktiv angeordnet. Das ist das, was ich behalten möchte. Natürlich auch die besten meiner Eigenfunde, denn jeder Eigenfund erzählt eine Geschichte, die man nicht vergessen möchte. Schaut man sich die wieder mal an; erinnert man sich auch wieder gerne an das ein- oder andere Erlebnis, das damit verbunden war. 😉

Gruß Peter
AndyG
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Re: Systematisch Mineralien sammeln - sinnlos geworden?

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Gepostet: 25.11.2015 - 16:07 Uhr  ·  #7
Hallo,

so lange man es in Listen einordnen kann und/oder will... Dass nicht alles 100-prozentig korrekt ist, ist eh klar. Meine Rhönite bleiben auch welche, sonst müsst ich das ja alles analysieren lassen. Dito Keckit und der ganze Kram. Wobei ich mir da so beholfen habe, dass ich mir ne analysierte Probe jeweils hinstelle. Klappt aber auch nur mit der Einstufen-Philosophie meiner Person. Was soll´s, wichtig ist doch, dass man Freude daran hat. Und wenn man gerne Systematik sammelt, dann probiert man das eben für sich angenehm zu gestalten. Was schert´s "die Wissenschaft", wenn auf meinem Etikett immer noch Bindheimit steht? Und was schert´s wen, wenn der Rhönit da eben ein Dorrit ist. Ich schreib´s so oder so hin... Bestenfalls nen Vermerk dazu mit Literaturstelle und gut ist.

Der "was nutzt mir?"-Satz ist immer ne persönliche Sache. Generell nutzen mir Minerale (jaja, außer Steinsalz und dergleichen, ich weiß :D) nur insofern, als ich mich selbst daran erbauen kann. Und wie Norbert sagt: man kann es ja auch positiv sehen: man beschäftigt sich mit der Sammlung, es ist kein statisches Gebilde und man arbeitet damit.

Gruß
Andreas
McSchuerf
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Re: Systematisch Mineralien sammeln - sinnlos geworden?

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Gepostet: 25.11.2015 - 20:00 Uhr  ·  #8
Ja, das wird wohl der einzige Weg sein, das auf diese Weise noch weiterhin positiv zu betrachten. Man könnte natürlich auch aufs Etikett schreiben: "Rhönit / Dorrit" oder "Rhönit ?" aber was solls .. zu dem Zeitpunkt, wo es gefunden wurde, war "mein Biotit" z.B. ja auch noch ein Biotit und wurde erst Jahre später umbenannt .. man könnte also hier auch noch mit dem Zeitpunkt der eigenen damaligen Entdeckung oder Beschaffung argumentieren. .. 😉
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