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Grube Virneberg bei Rheinbreitbach

Grube Virneberg bei Rheinbreitbach

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Bergmeister
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Grube Virneberg bei Rheinbreitbach

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Gepostet: 22.03.2016 - 12:15 Uhr  ·  #1
Die Grube Virneberg ist eines der ältesten Bergwerke Deutschlands; schon zur Römerzeit wurde hier Kupfererz gewonnen. Erst im 18. Jahrhundert aber kommt der Bergbau in Schwung, hier taucht auch zum ersten Male der Name St. Josephsberg auf, unter dem die Grube Virneberg zeitweise auch bekannt war. Ihren Höhepunkt erlebt die Grube in den 1850er Jahren, als zeitweise jährlich über 50.000 Zentner Kupfererz gefördert werden. Vierzig Jahre später erlöscht das Werk und heute zeugen nurmehr einige Halden davon.

Weiter bestehen aber die zahlreichen wunderbaren Stufen, die hier im Laufe der Zeit herauskamen. Mitunter wird Virneberg als Typlokalität für Pseudomalachit geführt. Fakt ist, dass hier mit die besten Funde dieses Minerals gelangen. Zum einen als schwarzgrüne, parkettierte Kristalle, die auf historischen Stufen 5 mm erreichten. Zum anderen als herrlich blaugrüne nierige Aggregate, manchmal von glasigem Chalcedon überwachsen. Gediegenes Kupfer kam in schönen Bäumchen aus Kristallen vor, mehrere cm lang. Cuprit gab es als kleine glitzernde Oktaeder sowie in der Varietät "Chalkotrichit". Die langen Nadeln, die qcm-große Flächen bedeckten gehören zum schönsten, was Virneberg ausgebracht hat. Bevor Bad Ems der einhemische Fundort für Pyromorphit wurde, galten die braunen, bis 4 cm langen Kristalle von Rheinbreitbach als die besten Deutschlands.

In jüngerer Zeit wurden die Halden der Grube stark von Sammlern frequentiert, besonders, als in den 1980er Jahren auch hierzulande das Sammeln von MM richtig in Mode kam. Zahlreiche Neufunde waren die Folge (z.B. Corkit oder Faustit) und die Liste der Minerale wuchs rapide an.

Zum Schluss soll noch auf eine ärgerliche Verwechslung eingegangen werden, die wohl teils aus Unkenntnis, teils aus Absicht, für einigen Wirbel gesorgt hat. So sieht man oftmals Stufen aus Rheinbreitbach, die als von Schneeberg im Erzgebirge kommend ausgegeben werden. In der Vergangenheit betraf dies etwa Pseudomalachitstufen oder auch gediegen Kupfer. Diese Stücke kamen aus alten französischen Sammlungen und vom französischen "virne" für Schnee war´s dann eben nicht weit bis Schneeberg.
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Bergmeister
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Re: Grube Virneberg bei Rheinbreitbach

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Gepostet: 22.03.2016 - 12:17 Uhr  ·  #2
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Malachit (Rheinbreitbach).jpg
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Information: Alte Malachitstufe, etwa 5,5 cm breit.
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Schubert.jpg
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Information: Klassische Pseudomalachitstufe, abgebildet in Schubert´s Naturgeschichte Mineralogie (1886).
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Pseudomalachit (Rheinbreitbach).JPG
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Titel: Pseudomalachit (Rheinbreitbach).JPG
Information: Pseudomalachit xx bis 3 mm auf Limonit, gefunden 1864.
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Bergmeister
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Re: Grube Virneberg bei Rheinbreitbach

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Gepostet: 22.03.2016 - 12:20 Uhr  ·  #3
Leider lässt sich der Chalkotrichit nicht schön wiedergeben. Die Stufe in der Sonne gewendet, wenn die 3 cm breiten Gitter aufleuchten, herrlich!
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Chalkosin (Rheinbreitbach).jpg
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Information: Mit Kupfer durchsetztes "Kupferhornerz", ein zersetzter Chalkosin. Handstufe, laut Etikett "aus dem Schacht zwischen 70 und 80 Lachter Teufe".
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Chalkotrichit (Rheinbreitbach).jpg
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Titel: Chalkotrichit (Rheinbreitbach).jpg
Information: Handstück, reich besetzt mit Chalkotrichit xx. Von der 60 Lachter-Sohle.
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Cuprit (Rheinbreitbach).jpg
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Information: 1 cm großes "Nest" aus Cuprit xx mit Pseudomalachit. Aus der Sammlung von Wilhelm Hauchecorne.
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Bergmeister
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Re: Grube Virneberg bei Rheinbreitbach

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Gepostet: 22.03.2016 - 12:22 Uhr  ·  #4
Weitere Klassiker. Das Kupfer auch teuer "aus Schneeberg" gekauft. Man lernt...
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Kupfer (Rheinbreitbach).jpg
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Information: Blockige Kupfer xx auf Quarz als 4,5 cm hohes Stüfchen.
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Rhodochrosit (Virneberg).jpg
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Titel: Rhodochrosit (Virneberg).jpg
Information: Rhodochrosit auf Quarz. Alte Stufe aus der Behier-Sammlung. Zum Etikett siehe Text oben.
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Pyromorphit (Rheinbreitbach).jpg
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Information: Pyromorphit xx bis 8 mm vom "Hangenden Trumm" in 60 Lachter Teufe.
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Re: Grube Virneberg bei Rheinbreitbach

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Gepostet: 22.03.2016 - 12:23 Uhr  ·  #5
Und ein wenig Systematik darf nicht fehlen:
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Faustit (Rheinbreitbach).jpg
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Information: Glasige Faustitkügelchen auf Pseudomalachit.
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Gerhardtit (Virneberg).jpg
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Titel: Gerhardtit (Virneberg).jpg
Information: Diese hellgrünen xx sollen Gerhardtit sein, der von hier aber nicht beschrieben ist. Eventuell eine Verwechslung mit Goudeyit.
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Antlerit (Rheinbreitbach).jpg
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Information: Undeutliche Antlerit xx mit blauem Linarit.
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Re: Grube Virneberg bei Rheinbreitbach

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Gepostet: 22.03.2016 - 13:36 Uhr  ·  #6
Auch wenn es nicht mein Sammelgebiet ist...begeistern kann ich mich für diese schönen Stücke trotzdem sehr
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Re: Grube Virneberg bei Rheinbreitbach

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Gepostet: 22.03.2016 - 13:46 Uhr  ·  #7
Und irgendwo müßte bei mir auch noch ein Stückchen Kupfer von dort mit historischem Etikett rumwuseln.
Muß doch mal meine Schubladen durchschauen
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Re: Grube Virneberg bei Rheinbreitbach

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Gepostet: 23.03.2016 - 17:30 Uhr  ·  #8
Lanarkit xx von dort sieht so aus 😉 ..
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_Lanarkit xx_Virneberg_Rheinbreitbach_Westerwald_Peter.JPG
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Information: Mikroskop-Aufnahme, Bildbreite 3 mm
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Larnakit_Virneberg_Rheinbreitbach_Westerwald_1b_Peter.JPG
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Titel: Larnakit_Virneberg_Rheinbreitbach_Westerwald_1b_Peter.JPG
Information: Mikroskop-Aufnahme, Bildbreite 2 mm
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Information: Mikroskop-Aufnahme, Bildbreite 4 mm
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Re: Grube Virneberg bei Rheinbreitbach

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Gepostet: 25.03.2016 - 12:09 Uhr  ·  #9
Hübsch. Hab ich von da auch noch nicht gesehen.
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Re: Grube Virneberg bei Rheinbreitbach

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Gepostet: 25.03.2016 - 21:27 Uhr  ·  #10
Danke. 😉
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Re: Grube Virneberg bei Rheinbreitbach

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Gepostet: 29.03.2016 - 13:05 Uhr  ·  #11
Der Peter setzt auch immer noch einen drauf...
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Re: Grube Virneberg bei Rheinbreitbach

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Gepostet: 29.03.2016 - 15:00 Uhr  ·  #12
Hier mein Beitrag zu "Kupfer von Virneberg"
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Kupfer_Rheinbreitbach.JPG
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Re: Grube Virneberg bei Rheinbreitbach

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Gepostet: 29.03.2016 - 20:25 Uhr  ·  #13
Auch schön. Danke, Jürgen. 😉
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Re: Grube Virneberg bei Rheinbreitbach

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Gepostet: 30.03.2016 - 12:34 Uhr  ·  #14
Wirklich eine schöne Stufe! Die A. Krantz-Zettel nur mit Angabe "Bonn" sind so häufig auch nicht.
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Re: Grube Virneberg bei Rheinbreitbach

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Gepostet: 30.03.2016 - 18:07 Uhr  ·  #15
Danke für die netten Worte zur Stufe.
Und die Info über den Kranz-Zettel ist auch was Neues für mich. Da kenne ich mich absolut nicht aus.
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