Mineralienzimmer

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Strukturen bei Fluorit x

Norbertit
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Strukturen bei Fluorit x

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Gepostet: 02.05.2026 - 17:27 Uhr  ·  #1
Meine vor etlichen Jahren auf den Halden im Wölsendorfer Revier In Ostbayern gefundenen Stücke hab ich mir jetzt nochmal genau angeschaut. Dabei hab ich an den Fächen dieses Fluoritwürfels aus der Grube Roland merkwürdige Strukturen entdeckt, dessen Entstehung ich mir nicht so recht erklären kann.
Auf die Spaltbarkeit des Fluorits sind die eher nicht zurückzuführen.Fluorit spaltet immer nach dem Oktaeder.Es sind aber dreieckige und quadratische Figuren zu sehen.Vielleicht Abdrücke anderer xx mit denen dieser Würfel einmal zusammengewachsen war?
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Zirkonia
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Re: Strukturen bei Fluorit x

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Gepostet: 02.05.2026 - 17:59 Uhr  ·  #2
Toll, diese mikroskopischen "Landschaften". :daumenhoch:


Das erinnert mich an die sogenannte Parkettierung (Treppenstrukturen), die beim Fluorit vorkommen. Sie können von einem mehrphasigen Wachstum herrühren bzw ungleichmässiger Ablagerung neuer Ionenschichten wenn sich Wachstumsbedingungen ändern.

Von Ätzfiguren / Ätzstrukturen / Trigonen (Etch Pits) spricht man, wenn dreieckige Vertiefungen, die man oft auf Fluorit-Oktaedern sieht, durch natürliche Auflösungsprozesse entstehen. Die Form (Dreiecke auf Oktaederflächen, Quadrate auf Würfelflächen) ist direkt durch die Geometrie des kubischen Kristallsystems vorgegeben.

Da gibt es auch die Begriffe Wachstumshügel (Growth Hillocks) und Et(s)chfiguren.

Referenzen dazu, u.a.:
Kristall und TechnikVolume 14, Issue 3 pp. 289-293 Originalbeiträge Surface structures of Fluorit crystals Dr. C. C. Desai First published: 1979
Zitat
Die Mikrostruktur natürlicher {100}- und {111}-Flächen natürlicher Fluorit wurden optisch untersucht. Das Auftreten von dreieckigen Hügeln, von Wachstumspyramiden und natürlichen Ätzgruben wurde an einer großen Zahl von Kristallen beobachtet. Es wird angenommen, daß Fluoritkristalle über zweidimensionale Ausbreitung und Häufung von Wachstumsschichten parallel {100} wachsen. Die natürlichen Ätzgruben auf {100} und {111} lassen vermuten, daß sie im Ergebnis eines Auflösungsprozesses in der Natur gebildet worden sind.
Norbertit
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Re: Strukturen bei Fluorit x

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Gepostet: 02.05.2026 - 19:50 Uhr  ·  #3
Ätzfiguren scheint da eine plausible Erklärung zu sein.
McSchuerf
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Re: Strukturen bei Fluorit x

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Gepostet: 02.05.2026 - 20:20 Uhr  ·  #4
Dem möchte ich mir gerne anschließen. Besser kann man's wohl nicht erklären.
pfälzer
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Re: Strukturen bei Fluorit x

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Gepostet: 02.05.2026 - 20:42 Uhr  ·  #5
Ich denke da handelt es sich um Wachstumsstörungen, ähnlich wie auch z.B. beim Fensterquarz.
Binghamit
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Re: Strukturen bei Fluorit x

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Gepostet: 03.05.2026 - 08:01 Uhr  ·  #6
Bei zonaren wie Kunzit, Fluorit etc. tritt dies ebenfalls auf. Ist meine These.
Norbertit
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Re: Strukturen bei Fluorit x

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Gepostet: 03.05.2026 - 10:22 Uhr  ·  #7
Hallo Jürgen,

Zitat
Ich denke da handelt es sich um Wachstumsstörungen, ähnlich wie auch z.B. beim Fensterquarz.


dann müssten die Kanten schneller gewachsen sein,als die Flächen. Das ist da aber nicht der Fall. Diese Strukturen
sind direkt auf der Würfelfläche.

Gruß Norbert
McSchuerf
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Re: Strukturen bei Fluorit x

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Gepostet: 03.05.2026 - 11:08 Uhr  ·  #8
Ich bleibe bei Ätzfiguren der o.a. Definition.
Binghamit
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Re: Strukturen bei Fluorit x

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Gepostet: 03.05.2026 - 11:27 Uhr  ·  #9
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Zirkonia
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Re: Strukturen bei Fluorit x

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Gepostet: 03.05.2026 - 12:39 Uhr  ·  #10
Kann man bei (oberflächlich) bearbeiteten polierten Stücken noch von Ätzfiguren auf der Oberfläche sprechen? Oder meinst Du die sichtbaren zonaren Streifen im Innern der Kugel?
Binghamit
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Re: Strukturen bei Fluorit x

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Gepostet: 03.05.2026 - 12:40 Uhr  ·  #11
Die zonaren Streifen
Zirkonia
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Re: Strukturen bei Fluorit x

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Gepostet: 03.05.2026 - 12:57 Uhr  ·  #12
Zitat geschrieben von Binghamit

Die zonaren Streifen

Das ist aber ein anderes Thema als Norbert anspricht.


Zurück zu den Ätzfiguren.
Der Mineralienatlas beschreibt das Thema Lösungsanisotrophie nur kurz.

Die Uni Osnabrück dagegen hat auf osnadocs.ub.uni-osnabrueck.de/bitstream/urn:nbn:de:gbv:700-2008101018/2/E-Diss828_thesis.pdf eine Dissertation über dies Thema.
Zitat
Charakterisierung von Ätzgruben auf CaF2 (111) mittels Rasterkraftmikroskopie Dissertation zur Erlangung des Grades eines Doktors der Naturwissenschaften
vorgelegt von Dipl. chem. Christian Motzer

Dazu gibt es auch eine interessante weitere PDF:
Zitat
Untersuchungen an der Universität Osnabrück (verfügbar über osnaDocs) fokussieren sich auf die Charakterisierung von Ätzgruben auf Calciumfluorid-\(CaF_{2}\) (111)-Oberflächen, häufig unter Einsatz von Rasterkraftmikroskopie (NC-AFM) im Ultrahochvakuum. Diese Studien dienen dazu, versetzungsbedingte Oberflächendefekte zu visualisieren, wobei Ätzfiguren durch selektives Ätzen entstehen.

Diese im Anhang.
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McSchuerf
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Re: Strukturen bei Fluorit x

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Gepostet: 03.05.2026 - 13:55 Uhr  ·  #13
Ätzfiguren werden auch als "negative Wachstumsformen" bezeichnet und sind wichtige Hilfsmittel zur Bestimmung der Kristallklasse.
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