Mineralienzimmer

Werbung



 

Kolumbianit

Binghamit
Bergmeister
Avatar
Geschlecht:
Herkunft: Schweiz
Alter: 74
Beiträge: 2070
Dabei seit: 09 / 2024
Betreff:

Kolumbianit

 · 
Gepostet: 10.05.2026 - 15:52 Uhr  ·  #1
Habe diesen Kolumbianit schon länger im Auge, erinnert er mich aber sehr an Agni Manitit aus Indonesien.

Kennt jemand diese tektite und kann mir die Unterschiede aufzählen osder sind beide das gleiche aus verschiedenen Länder?


Zitat
Kolumbianit

englisch: columbianite, cali glass, calities

Kolumbianit = Pseudotektit aus Kolumbien

Eine der ältesten Beschreibungen des Gesteins Kolumbianit stammt aus der Feder von Alexander von Humboldt (1769 bis 1859). Der deutsche Naturforscher beschrieb im Rahmen seiner Expeditionen nach Südamerika in seinem Werk „Geognostischer Versuch über die Lagerung der Gebirgsarten in beiden Erdhälften“ aus dem Jahr 1823 in Kolumbien Steine „zerstreut wie Kiesel-Bruchstücke“, die er als Obsidiane identifizierte und die „nicht selten die Gestalt von flüssigen Glastropfen (haben), oder sie stellen Kugeln dar, deren Außenfläche mit kleinen Knötchen besetzt ist“.

In Anlehnung an das Land, in dem die Gesteinsgläser entdeckt wurden, erhielt das Gestein den Namen Kolumbianit, alternativ auch Columbianit.

Eigenschaften von Kolumbianit

Aus Sicht der Geologie wird Kolumbianit den vulkanischen Gläsern zugeordnet, d.h. Gesteine vulkanischen Ursprungs, die infolge der Entstehung keine Kristallstruktur der aufbauenden Mineralien bilden, amorph sind.

Die Farbe von Kolumbianit ist sehr abwechslungsreich wie auch schon von Humboldt beobachtete: „alle Farbverschiedenheiten, vom tiefsten Schwarz bis zu der eines künstlich glänzenden wasserhellen Glases“. Weitere Farben von Kolumbianit sind grünschwarz, rauchgrau, violettgrau bis grünbraun.

Kolumbianit zählt zu den Obsidianen und ist damit ein saures, kieselsäurereiches Gestein, das weniger als ein Prozent Kristallwasser enthält und Apatit, Eisenoxid, Feldspat sowie Zirkon als Einschlüsse aufweisen kann.

Das auffälligste Merkmal von Kolumbianit ist die äußere Beschaffenheit: rund, oval, tropfenförmig oder klumpig, ca. zwei bis fünf Zentimeter im Durchmesser groß mit zerfurchter Oberfläche. Zahlreiche runde bis längliche Dellen und Einkerbungen zeugen von der Entstehung des kolumbianischen Gesteinsglases (siehe Entstehung von Kolumbianit).

Wie für Gesteinsgläser typisch zeichnet sich auch Kolumbianit durch einen glasartigen Glanz aus, wobei ältere Exemplare als Folge der Verwitterung matt erscheinen können. Wird Kolumbanit durchbrochen, zeigen sich muschelförmige Rillen, die mitunter sehr scharfkantig sein können.
Gegen das Licht gehalten präsentiert sich die durchscheinende Transparenz von Kolumbianit.

Mit einer Mohshärte von 5 bis 5,5 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) ist Kolumbianit ein mittelhartes Gestein mit einer Dichte von 2,5 bis 2,6 g/cm³.

Entstehung und Verbreitung von Kolumbianit

Dass Kolumbianit als Pseudotektit bezeichnet wird bzw. überhaupt der Vergleich mit Tektiten fällt, kommt nicht von ungefähr.
Tektite sind eine Gruppe von Gesteinsgläsern, die durch den Einschlag eines Meteroriten entstanden sind. Die Reaktion der hohen Temperaturen infolge des Aufpralls der Gesteine aus dem Weltall mit irdischen Gesteinen führt zu einer Aufschmelzung und Veränderung des Mineralbestands und -gefüges. Die schnelle Abkühlung der Gesteinsschmelze wiederum führt zu Bildung von glasartigen Strukturen.

Pseudotektite sind aufgrund der äußeren Gestalt Tektiten sehr ähnlich. Der Ursprung ist jedoch ein anderer. Pseudotektite alias vulkanisches Glas ist das Resultat von eruptierter Lava, die sehr schnell erkaltete. Meteoriten als Größe fehlen an dieser Stelle.

Die beim Vulkanausbruch als Lava zutage tretende Magma ist kochend heiß und an der Erdoberfläche einem extremen Temperaturunterschied (Lava: 500 bis 1.200°C versus Temperatur an der Luft) ausgesetzt. Den in der Lava enthaltenen mineralstoffreichen Lösungen bleibt keine Zeit, langsam abzukühlen und Kristalle auszubilden. Stattdessen erhärtet die Gesteinsschmelze zu einer amorphen Masse.

Die besondere Oberflächenbeschaffenheit mit Hohlräumen und Einkerbungen sind das Abbild der einst siedend heißen Lava mit zahlreichen gasgefüllten Bläschen, die aufgeplatzt sind.

Gesteinsgläser gibt es an vielen Orten der Welt. Der Name Kolumbianit ist allerdings ausschließlich Gesteinsgläsern vorbehalten, die aus Kolumbien stammen.
Als besonders reich gelten die Kolumbianit-Vorkommen in der Gegend um Cali im Westen Kolumbiens, daher auch das Synonym Cali-Glas oder Calities.

Verwendung und Bedeutung von Kolumbianit

Kolumbianit ist bei den Muisca, einem indigenen Volk in Kolumbien, ein heiliger Stein, um den sich zahlreiche Mythen ranken. Diesem Umstand ist es nicht zuletzt zu verdanken, dass Kolumbianit auch heute noch auch in der westlichen Welt als Heilstein verkauft wird, ohne dass die Heilwirkung von Kolumbianit in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen werden konnte.

© www.steine-und-minerale.de | Alle Inhalte - Texte und Bilder - sind urheberrechtlich geschützt. Keine Verwendung ohne vorherige schriftliche Genehmigung.

Auch interessant:

Alexander von Humboldt und die Mineralien
Schlacke - Nebenprodukt der Erzverhüttung
Goldfluss, Purpurfluss, Grünfluss und Blaufluss - Steine aus Glas und Metalloxid


Mehr zum Thema Meteoriten und Gesteinsgläser:

Meteoriten - Steine aus dem Weltall
Aubrit - Ein seltener Steinmeteorit
Pallasit - Eisen-Nickel-Meteorit mit Olivin-Einschlüssen
Tektit
Indochinit - Tektit aus Indochina
Moldavit - Ein grünes Gesteinsglas aus Tschechien
Vulkanisches Glas
Pseudotektit
Saffordit - Pseudotektit aus Arizona
Obsidian - Ein schwarzes Vulkanglas
Schneeflockenobsidian - Schwarz-weiß geflecktes, alterndes Gesteinsglas
Pechstein


Quellen:

Humboldt, A. v. (1823): Geognostischer Versuch über die Lagerung der Gebirgsarten in beiden Erdhälften
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
Tobin, J. (2003): Tektite Testing Magazine. IN. Meteorite Times
Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg
Vernish, R. (2016): Is it a Tektite or a Pseudo-tektite?. IN: Meteorite Times Magazine

Autor: Torsten Purle (steine-und-minerale.de)

Letzte Aktualisierung: 18.10.2024
Werbung
McSchuerf
Gründungsmitglied
Avatar
Geschlecht:
Herkunft: Planet Erde
Alter: 65
Beiträge: 18648
Dabei seit: 04 / 2012
Betreff:

Re: Kolumbianit

 · 
Gepostet: 10.05.2026 - 17:03 Uhr  ·  #2
Ja, dass mit dem Kolumbianit deckt sich erst mal mit den Angaben aus mindat.org, von mir übersetzt ins Deutsche ..

Zitat
Rhyolithisches Vulkanglas aus einem ausgedehnten Gebiet in der Nähe der Stadt Cali im Westen Kolumbiens (Ferrière et al., 2021).
Dieses Glas wurde ursprünglich von Alexander von Humboldt beschrieben.

Früher ging ein Teil der Fachliteratur davon aus, dass es sich bei dem Glas um einen Tektit handele.

Am häufigsten wird es als „Colombianite“ für Schmuck und Kristallheilung vermarktet. Colombianit, auch bekannt als Piedra Rayo, ist eine Form von Obsidian-Glas, das einem Tektit sehr ähnlich sieht (daher seine Einstufung als Pseudotektit). Piedra Rayo bedeutet übersetzt „Blitzstein“ und gilt als der „Cintamani-Stein“ aus den Sanskrit-Lehren und der Sanskrit-Literatur. Das Alter dieser Steine wird auf etwa 30 Millionen Jahre geschätzt. Colombianit bildet sich meist in kleinen ovalen und kugelförmigen Stücken mit unregelmäßigen Rillen an der Außenseite, die fast identisch mit der „Igel“-Struktur von Moldavit aussehen. Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass es sich um einen massiven, kräftigen Stein handelt, der für Licht undurchlässig ist. Wenn man jedoch Licht durch den Colombianit scheint, wird die schwarze Außenseite von einer durchscheinenden, rauchigen oder gelben Farbe überlagert. Aufgrund ihrer Seltenheit werden die Stücke in der Regel grammweise verkauft und können in der Regel eine Größe von einem Viertelzoll bis zu einigen Zentimetern erreichen. Die Dorfbewohner und Stammesangehörigen vor Ort verdienen ihren Lebensunterhalt mit dem Abbau dieser Stücke von Hand. Es gibt nur wenige bekannte Vorkommen in Regionen Kolumbiens außerhalb des Gebiets von Cauca (Website des Crystal Council).

Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)


Zum Agni Manitit ..
Zitat
Agni Manitit, auch bekannt als „Perle des Feuers“ (Sanskrit für „Feuerperle“), ist ein seltener, auf der Insel Java in Indonesien gefundener Pseudotektit. Entstanden aus vulkanischem Glas bei Ausbrüchen vor etwa 74.000 Jahren, wird er oft unter Wasser gefunden. Er ist dunkelgrau, aber bei Licht durchscheinend (transluzent).Wichtige Fakten zu Agni Manitit aus Indonesien:Herkunft: Fundort ist die Insel Java, Indonesien, oft in der Nähe des Vulkans Gunung Bromo.Entstehung: Es handelt sich um ein vulkanisches Glas, das oft als Pseudotektit oder spezielle Form von Obsidian klassifiziert wird, nicht um einen echten Tektit.Eigenschaften: Dunkelgraue, oft flussabgenutzte Oberfläche; bei Gegenlicht zeigt sich oft eine rauchige bis bräunliche Farbe.Aussehen & Fund: Die Steine sind meist perlgroß oder etwas größer und werden durch Tauchgänge oder aus Flüssen geborgen.Esoterische Bedeutung: In der Spiritualität wird er als „Stein des göttlichen Feuers“ geschätzt, der für Energie, Schutz und Transformation steht.Seltenheit: Aufgrund der schwierigen Bergung gilt er als seltener und begehrter als andere Obsidianarten.Agni Manitit wird oft als Cintamani-Stein bezeichnet, darf jedoch nicht mit echtem Moldavit verwechselt werden, auch wenn er ähnlich hohe Schwingungen aufweisen soll.


Quelle: Google KI

Beides gemeinsam haben die beiden "Steine", dass sie Pseudotektite sind, d.h. es sind keine echten Tektite und damit auch keine Moldavite, auch wenn zumindest der Kolumbianit einem Moldavit sehr ähnlich sieht.
Und beide werden als „Cintamani-Stein“ bezeichnet.
Beides sind Obsidian-Arten.

Viele Grüße
Peter ^_^
Binghamit
Bergmeister
Avatar
Geschlecht:
Herkunft: Schweiz
Alter: 74
Beiträge: 2070
Dabei seit: 09 / 2024
Betreff:

Re: Kolumbianit

 · 
Gepostet: 10.05.2026 - 17:11 Uhr  ·  #3
Danke :daumenhoch:

Für mich sehen beide gleich aus, auch das mit dem Licht resp. durchscheinend. Gibt es Unterschiede bei der Lava oder Zusatz Mineralien, konnte auf die schnelle nichts finden. Aber würde mich brennend interessieren, so kann ich evtl. was auf die Wirkungen besser erfassen.
McSchuerf
Gründungsmitglied
Avatar
Geschlecht:
Herkunft: Planet Erde
Alter: 65
Beiträge: 18648
Dabei seit: 04 / 2012
Betreff:

Re: Kolumbianit

 · 
Gepostet: 10.05.2026 - 17:17 Uhr  ·  #4
Agni Manitit und Kolumbianit sind beides seltene, natürliche Gläser, die oft als Pseudotektite bezeichnet werden und in der spirituellen Szene als "Cintamani-Steine" bekannt sind.

Obwohl sie sich äußerlich ähneln, unterscheiden sie sich in Herkunft, Fundort und Entstehungsgeschichte.
Hier sind die Hauptunterschiede:
1. Herkunft und Entstehung Agni Manitit (Perle des Feuers): Entstand vor etwa 74.000 Jahren durch massive vulkanische Aktivitäten auf Java (Indonesien), bei denen Lava in die Atmosphäre geschleudert wurde und als Glas erkaltete.
Kolumbianit (Cali-Glas): Ist dagegen wesentlich älter, mit einem geschätzten Alter von etwa 30 Millionen Jahren. Er stammt aus der Cauca-Region in Kolumbien und wurde bereits 1823 von Alexander von Humboldt beschrieben.

2. Fundorte Agni Manitit: Wird vorwiegend in der Nähe der Insel Java in Indonesien gefunden.
Kolumbianit: Findet man ausschließlich in der Region um die Stadt Cali in West-Kolumbien.

3. Optische Eigenschaften und Aussehen - Agni Manitit: Ist im Auflicht dunkelgrau bis schwarz und hat eine raue, teils blasige Oberfläche. Bei Beleuchtung von hinten zeigt er sich oft rauchig grau bis braun.
Kolumbianit: Erscheint im Auflicht ebenfalls oft schwarz-grau und undurchsichtig, wird aber bei Durchlicht häufig gelborange, gelbgrau oder rauchig-durchsichtig. Seine Oberfläche ist oft narbig oder rau.

4. Mineralogische Einordnung: Beide Steine werden als Pseudotektite eingestuft. Das bedeutet, sie sehen echten Tektiten (die durch Meteoriteneinschläge entstanden sind) ähnlich, sind aber tatsächlich vulkanischen Ursprungs (irdisches Glas).

Zusammenfassender Vergleich - Merkmal Agni Manitit - Kolumbianit Fundor tIndonesien (Java)
Kolumbien (Cali) Alterca. 74.000 Jahre - ca. 30 Mio. Jahre - Entstehung Vulkanische Eruption (Lava)
Vulkanisches Glas (Pseudotektit)
Farbe (Durchlicht) Grau-braun, rauchig Gelb-orange, rauchig
Spitzname Perle des göttlichen Feuers - Piedra Rayo (Blitzstein)

Beide Steine werden oft für Meditationen und spirituelle Zwecke genutzt, wobei dem Agni Manitit eine Verbindung zum Feuer-Element und dem Solarplexus-Chakra nachgesagt wird, während der Kolumbianit oft mit der Stärkung der Intuition in Verbindung gebracht wird.

Agni Manitit – Stapel von Steinen (Stapel van Stenen) Übersetzt — Im Jahr 2022 bestätigten Laboruntersuchungen mittels SEM-EDX- und XRD-Analyse, dass das als Agni Manitit aus Indonesien verkaufte ...Stapel van Stenen Kolumbianit - Erdschatz Kolumbianit ist ein Pseudotektit aus der Cauca - Region nahe der Stadt Cali im Westen Kolumbiens. Die dort vorkommenden vulkanisch...Erdschatz Agni Manitit (Perle des Feuers) - Steineheilen.de Beschreibung: Der Agni Manitit ist ein Pseudo-Tektit, der nur auf dem indonesischen Archipel gefunden werden kann. :-)
Quelle: Google
Binghamit
Bergmeister
Avatar
Geschlecht:
Herkunft: Schweiz
Alter: 74
Beiträge: 2070
Dabei seit: 09 / 2024
Betreff:

Re: Kolumbianit

 · 
Gepostet: 10.05.2026 - 18:11 Uhr  ·  #5
Perfekt :happy:
McSchuerf
Gründungsmitglied
Avatar
Geschlecht:
Herkunft: Planet Erde
Alter: 65
Beiträge: 18648
Dabei seit: 04 / 2012
Betreff:

Re: Kolumbianit

 · 
Gepostet: 10.05.2026 - 20:51 Uhr  ·  #6
Freut mich. :-P
Gewählte Zitate für Mehrfachzitierung:   0

Registrierte in diesem Topic

Aktuell kein registrierter in diesem Bereich

Die Statistik zeigt, wer in den letzten 5 Minuten online war. Erneuerung alle 90 Sekunden.
 


Werbung