Mineralienzimmer

Werbung



 

[WIKI] Lumineszenz und optische Effekte

Zirkonia
Bergmeister
Avatar
Geschlecht:
Herkunft: Süddeutschland
Beiträge: 2388
Dabei seit: 01 / 2016
Betreff:

[WIKI] Lumineszenz und optische Effekte

 · 
Gepostet: Heute um 14:33 Uhr  ·  #1
Artikelname: Lumineszenz und optische Effekte
Autor: Zirkonia
Beschreibung: Lumineszenz und optischen Effekte

Kategorie: Lexikon L
Typ:


>>Lies den ganzen Artikel

Teil I
Lumineszenz ist der Oberbegriff für:

Fluoreszenz
siehe WIKI Fluoreszenz
Fluoreszenz ist das Phänomen, bei dem bestimmte Mineralien unter ultraviolettem Licht (UV- oder Schwarzlicht) in leuchtenden Farben aufstrahlen. Die Farbe hängt oft von Spurenelementen, Verunreinigungen und der Wellenlänge des UV-Lichts (langwellig oder kurzwellig) ab. Hier sind einige der bekanntesten und spektakulärsten fluoreszierenden Mineralien:
Fluorit (Flussspat): Der absolute Klassiker! Je nach Fundort (z.B. England oder die Alpen) leuchtet Fluorit intensiv blau.
Calcit: Reagiert oft mit kräftigem Rot, Orange oder Gelb.
Hyalit: Eine durchscheinende Opal-Varietät, die unter UV-Licht in einem hellen, elektrisierenden Neongrün erstrahlt.
Rubin: Zeigt bei UV-Bestrahlung ein sattes, leuchtendes Rot.
Willemit: Leuchtet oft in einem intensiven, hellen Grün.
Scheelit: Erstrahlt meist in einem auffälligen Hellblau.
Autunit – leuchtet meist gelbgrün bis grün.
Adamit – häufig gelbgrün, manchmal auch rosa oder weiß.
Aragonit – kann weiß, blau, grün oder gelb fluoreszieren.
Hackmanit – zeigt oft rosa bis orange Fluoreszenz und zusätzlich Tenebreszenz (reversible Farbänderung durch UV-Licht).
Sodalith – fluoresziert häufig kräftig orange.
Tugtupit – leuchtet intensiv rot bis pink und gehört zu den spektakulärsten fluoreszierenden Mineralien.
Skapolith – oft gelb, orange oder rot.
Apatit – kann blau, gelb oder violett fluoreszieren.
Powellit – meist gelb bis gelbweiß.
Wernerit – häufig orange bis gelb.
Benitoit – zeigt oft eine intensive blaue Fluoreszenz.
Petalit – kann weiß bis rosa fluoreszieren.
Zirkon – manchmal gelb, orange oder grün.
Smithsonit – häufig grün oder blaugrün.
Hydrozinkit – leuchtet oft sehr intensiv blauweiß.

Tenebreszenz
Tenebreszenz unterscheidet sich von der Fluoreszenz dadurch, dass der Farbwechsel bei tenebreszenten Mineralien bestehen bleibt, wenn die Lichtquelle entfernt wird, und erst durch Dunkelheit oder Hitze rückgängig gemacht wird. Beispiele:
Hackmanit (eine Varietät des Sodaliths): Das wohl berühmteste Beispiel. Frisch abgebaut ist er oft grau oder weiß. Unter UV-Licht nimmt er innerhalb von Sekunden eine intensive rosa bis violette Farbe an. Im Dunkeln verblasst diese Färbung wieder.
Tugtupit: Ein seltenes Mineral (Natrium-Beryllium-Aluminium-Silikat), das ebenfalls reversibel photochrom ist. Es wird bei Lichteinstrahlung leuchtend rosa bis tiefrot.
Spodumen (Varietät Kunzit): Einige rosafarbene Exemplare dunkeln unter starkem Sonnenlicht deutlich nach.

Phosphoreszenz
siehe WIKI Phosphoreszenz
Phosphoreszenz ist ein physikalisches Phänomen, bei dem ein Stoff nach der Bestrahlung mit Licht (oft UV-Licht) oder anderen Energiequellen weiterleuchtet. Im Gegensatz zur Fluoreszenz, die nur während der Bestrahlung sichtbar ist, „speichern“ phosphoreszierende Materialien die Energie und geben sie verzögert über Sekunden, Minuten oder sogar Stunden wieder ab. Beispiele:
Calcit (Calciumcarbonat): Bestimmte Calcit-Varietäten (z.B. aus Teruel, Spanien) leuchten nach einer UV-Bestrahlung noch eine Zeit lang in warmen Gelb- oder Orangetönen nach.
Fluorit (Calciumfluorid): Nach dem namensgebenden Phänomen der Fluoreszenz zeigen manche Fundorte (wie Weardale, England) beim Abschalten der UV-Lampe ein kurzes, mattes Nachglühen.
Sphalerit (Zinkblende): Varianten dieses Minerals können nach einer Bestrahlung in bläulichen oder orangefarbenen Tönen nachleuchten.
Blaue Diamanten: Viele natürliche, blaue Diamanten phosphoreszieren nach dem Einfall von kurzwelliger UV-Strahlung und glühen im Dunkeln oft in kräftigen Rot- oder Orangetönen nach.

Thermolumineszenz
siehe WIKI Thermolumineszenz
Unter Thermolumineszenz versteht man die Eigenschaft bestimmter Festkörper (vor allem Kristalle), zuvor absorbierte Energie in Form von sichtbarem Licht abzugeben, wenn sie erhitzt werden. Beispiele:
Fluorit: Der Name leitet sich bereits vom lateinischen fluere (fließen) ab, da er als Flussmittel dient, aber er ist auch der absolute Klassiker der Thermolumineszenz. Spezielle Varietäten (wie der sogenannte Chlorophan) leuchten beim Erhitzen stark grün oder blau.
Quarz: Quarz ist in vielen Gesteinen enthalten. Er speichert die Umgebungsstrahlung hervorragend.
Feldspat: Ebenso wie Quarz ein häufiges Mineral, das radioaktive Strahlung im Kristallgitter akkumuliert und bei Hitze luminesziert.
Calcit: Einige Varietäten von Kalkspat zeigen beim Erhitzen eine charakteristische orangefarbene bis rote Thermolumineszenz

Tribolumineszenz
Unter Tribolumineszenz versteht man die Emission von kaltem Licht, die entsteht, wenn bestimmte Festkörper mechanisch beansprucht – also gerieben, geschlagen oder zerbrochen – werden. Das Phänomen wird meist durch winzige elektrische Entladungen (Elektrizität) ausgelöst, die beim Trennen von Kristallgittern entstehen und umgebende Gase oder den Kristall selbst zum Leuchten anregen. In der Mineralogie ist Tribolumineszenz eine bekannte Eigenschaft, die bei einigen Mineralien zur Bestimmung herangezogen werden kann.
Das bekannteste mineralische Beispiel ist Quarz, insbesondere Bergkristall oder Milchquarz. Wenn man im Dunkeln zwei Kieselsteine oder Quarze mit hoher Geschwindigkeit und Druck aneinanderreibt (wie beim Entzünden eines Streichholzes), entsteht ein kurzes, gelbes bis orangefarbenes Leuchten.
Sphalerit (Zinkblende: Einige Varietäten dieses Minerals zeigen beim Zerkleinern oder starken Ritzen ein sehr helles, oft orangegelbes Leuchten.
Fluorspat / Fluorit: Gewisse Sorten von Fluorit können ebenfalls ein kurzes Aufleuchten zeigen, wenn sie mechanisch beansprucht werden.
Kalzit / Kalkspat: Bestimmte Kalzit-Kristalle emittieren beim Anschlagen oder Spalten ein bläuliches oder orangefarbenes Licht.

Kathodolumineszenz
Unter Kathodolumineszenz versteht man die Emission von Licht, die entsteht, wenn hochenergetische Elektronen auf ein Material treffen. In der Mineralogie ist sie ein mächtiges Hilfsmittel, um Kristallstrukturen, Wachstumszonen und chemische Verunreinigungen sichtbar zu machen, die mit bloßem Auge oder unter dem normalen Lichtmikroskop verborgen bleiben. Beispiele:
Zonarbau bei Quarz: Durch Kathodolumineszenz lassen sich oft faszinierende, konzentrische Ringe oder lamellenartige Muster in Quarzkristallen erkennen, die die einzelnen Wachstumsphasen des Minerals (oft im Mikrometerbereich) nachzeichnen.
Die Kathodolumineszenz bei Calcit ist ein klassisches Beispiel für die Aktivierung durch Spurenelemente.
Diamanten weisen oft komplexe, sektorielle Wachstumszonen (wie Sanduhr-Muster) auf, die sich mit der Kathodolumineszenz-Mikroskopie hochauflösend abbilden lassen.

Radiolumineszenz
Radiolumineszenz ist das kontinuierliche Leuchten eines Materials, das durch ionisierende Strahlung (wie Alpha-, Beta- oder Gammastrahlung) angeregt wird. Die radioaktive Strahlung regt Elektronen im Kristallgitter an, die beim Zurückfallen in ihren Grundzustand Energie in Form von sichtbarem Licht abgeben.
Typische Beispiele für dieses Phänomen in der Mineralogie sind: Uranminerale und Fluorit: Ein klassisches natürliches Beispiel ist das Zusammenspiel von Uraninit (Pechblende) und Fluorit. Die vom Uraninit ausgehende radioaktive Strahlung regt den benachbarten Fluorit an, wodurch dieser schwach leuchtet.
Torbernit und Autunit: Diese beiden sind wasserhaltige Uranminerale. Aufgrund ihres hohen Urangehalts und der damit verbundenen intensiven Eigenstrahlung regen sie sich selbst zur Lumineszenz an.
Kunzit (Spodumen): Die rosa Variante des Minerals Spodumen enthält oft Spuren von radioaktivem Material. Die natürliche radioaktive Strahlung führt dazu, dass das Mineral unter Umständen leuchtet.
Zirkon: Viele Zirkone enthalten radioaktives Uran oder Thorium. Über Jahrmillionen hinweg bombardiert diese Strahlung das Kristallgitter (ein Prozess, der als Metamiktisierung bekannt ist) und erzeugt im Dunkeln ein schwaches, diffuses Leuchten.
Werbung
Zirkonia
Bergmeister
Avatar
Geschlecht:
Herkunft: Süddeutschland
Beiträge: 2388
Dabei seit: 01 / 2016
Betreff:

Re: [WIKI] Lumineszenz und optische Effekte

 · 
Gepostet: Heute um 17:44 Uhr  ·  #2
Teil II
Optische Effekte
(keine Lumineszenz):


Optische Effekte hingegen sind;

Adulareszenz
Mondstein
siehe WIKI Adulareszenz

Opaleszenz
Unter Opaleszenz versteht man ein optisches Phänomen, bei dem ein Mineral im durchfallenden Licht milchig-trüb (oft bläulich) erscheint, während es im reflektierten Licht hell und seidig schimmert. Beispiele:
Opal (Namensgeber): Das klassische Beispiel. Besonders der Edelopal zeigt durch winzige, geordnete Kieselgelkügelchen im reflektierten Licht ein intensives, irisierendes Farbspiel in Regenbogenfarben, während der milchige Milchopal klassische Opaleszenz aufweist.
Girasol: Eine besondere Quarz-Varietät (Milchquarz), die ein diffuses, oft rötlich oder bläulich schimmerndes Lichtspiel zeigt, welches sich mit dem Blickwinkel zu bewegen scheint.

Aventureszenz
Aventureszenz ist ein optischer Phänomeneffekt in der Mineralogie, der sich als metallisches Glitzern oder Schimmern auf der Oberfläche eines Minerals äußert. Beispiele:
Aventurin-Quarz (Grüner Aventurin): hierbei handelt es sich um einen Quarz (Wirtsmineral), in den winzige, plättchenförmige Kristalle des grünen Chromglimmers (Fuchsit) eingewachsen sind. Das Resultat ist ein sattes Grün mit einem feinen, funkelnden Schimmer.
Aventurin-Feldspat (Sonnenstein): dabei fungiert ein meist transparenter Feldspat als Wirt, in dem feine Plättchen aus Hämatit oder Goethit eingelagert sind. Durch das einfallende Licht entsteht ein lebhaftes, funkelndes Rot-Orange.
Erdbeerquarz: Eine Quarz-Varietät, bei der rötliche, feine Einschlüsse von Hämatit oder Lepidokrokit für die Aventureszenz zuständig sind.

Labradoreszenz
siehe WIKI Labradoreszenz
Unter Labradoreszenz versteht man ein intensives, metallisch schimmerndes Farbenspiel, das beim Drehen bestimmter Minerale aufleuchtet. Es entsteht, wenn Licht in den Stein eindringt und an mikroskopisch feinen Entmischungslamellen im Kristallgitter reflektiert wird. Durch Interferenz werden dabei bestimmte Wellenlängen verstärkt. Beispiele:
Labradorit: Das klassische Beispiel und der Namensgeber. Er zeigt ein tiefes, schillerndes Farbenspiel in metallischem Blau, Grün, Gold, Orange oder Violett.
Spektrolith: Eine besonders seltene, farbenprächtige Varietät des Labradorits aus Finnland, die das gesamte Farbspektrum des Regenbogens abdeckt.

Chatoyance
Katzenaugeneffekt
Chrysoberyll, Tigerauge
siehe WIKI Chatoyance

Asterismus
Sterneneffekt
Korund (Sternrubin, Sternsaphir)
siehe WIKI Asterismus
Zirkonia
Bergmeister
Avatar
Geschlecht:
Herkunft: Süddeutschland
Beiträge: 2388
Dabei seit: 01 / 2016
Betreff:

Re: [WIKI] Lumineszenz und optische Effekte

 · 
Gepostet: Heute um 17:54 Uhr  ·  #3
Fotos und Bilder von Mineralien der entsprechenden Lumineszenz-Arten und der optischen Effekte bitte unter dem jeweiligen oben verlinkten [WIKI] Beitrag posten.

Sollten einzelne Beiträge bislang fehlender Lumineszenzen und/oder optischer Effekte angelegt werden, bitte kurz Bescheid geben.
Gewählte Zitate für Mehrfachzitierung:   0

Registrierte in diesem Topic

Aktuell kein registrierter in diesem Bereich

Die Statistik zeigt, wer in den letzten 5 Minuten online war. Erneuerung alle 90 Sekunden.
 


Werbung